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Alter Kühlschrank: Wann sich der Tausch rechnet

Alter Kühlschrank: Wann sich der Tausch rechnet

Alter Kühlschrank: Wann sich der Tausch rechnet

in Wissen
Lesedauer: 3 min.

Wer seinen Kühlschrank seit mehr als zehn Jahren nicht angefasst hat, zahlt jeden Monat still und leise drauf. Alte Kompressorgeräte aus den frühen 2000er Jahren verbrauchen oft 300 bis 500 Kilowattstunden im Jahr, während ein aktuelles Modell der Effizienzklasse A (nach der seit 2021 geltenden Skala) mit 100 bis 150 Kilowattstunden auskommt. Bei einem Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde sind das bis zu 105 Euro Unterschied pro Jahr und Gerät. Klingt überschaubar, summiert sich aber über fünf Jahre auf mehr als 500 Euro reines Einsparpotenzial.

Was das alte Gerät wirklich kostet

Das Problem: Die wenigsten Haushalte wissen, wie viel ihr Kühlschrank tatsächlich verbraucht. Der einfachste Weg ist ein Strommessgerät aus dem Baumarkt. Es wird zwischen Steckdose und Gerät gesteckt und zeigt nach 24 Stunden den Tagesverbrauch an. Aus dem Jahreswert lässt sich dann die Rechnung aufmachen.

Als Orientierung: Ein Kühlschrank mit kombiniertem Gefrierach aus dem Jahr 2005, Energieeffizienzklasse A (nach alter EU-Skala, was heute etwa Klasse E oder schlechter entspricht), verbraucht im Schnitt 350 bis 420 kWh pro Jahr. Ein vergleichbares Neugerät liegt heute bei 120 bis 160 kWh. Die Differenz beträgt also rund 200 bis 260 kWh. Aufs Jahr gerechnet: 60 bis 78 Euro weniger auf der Stromrechnung.

Die Amortisationsrechnung im Detail

Ein solides Neugerät mit 250 bis 300 Litern Nutzvolumen kostet derzeit zwischen 500 und 900 Euro. Nimmt man einen mittleren Kaufpreis von 700 Euro und eine Jahresersparnis von 70 Euro an, ergibt sich eine rechnerische Amortisationszeit von zehn Jahren. Das klingt lang, ist aber noch nicht alles.

Hinzu kommen die Reparaturkosten des alten Geräts. Kompressorwechsel oder Abdichtungsarbeiten kosten schnell 150 bis 250 Euro pro Eingriff. Wer ein Gerät mit 12 Jahren auf dem Buckel noch einmal reparieren lässt, gibt Geld aus, das bei einem Neukauf bereits in die Amortisation geflossen wäre. Die Umweltbundesamt-Empfehlung lautet deshalb seit Jahren: Bei Geräten über 15 Jahren ist ein Neukauf in der Regel wirtschaftlicher als eine weitere Instandsetzung.

Ab wann lohnt der Wechsel konkret?

Eine grobe Faustregel hilft bei der Entscheidung: Wenn die Reparaturkosten mehr als die Hälfte des Neugerätepreises betragen, ist der Tausch wirtschaftlich sinnvoller. Gleiches gilt, wenn das Gerät älter als 15 Jahre ist und seinen Verbrauch nicht belegen kann. Ein weiterer Faktor ist das Kühlmittel. Ältere Geräte nutzen teilweise noch FCKW-haltige oder schwer entsorgbare Kältemittel, deren fachgerechte Beseitigung Pflicht ist und zusätzliche Kosten erzeugt.

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Wer gezielt wechseln möchte, findet bei Händlern und Herstellern heute eine breite Auswahl energieeffiziente Kühl- und Gefrierkombinationen, die nach der überarbeiteten EU-Skala eingestuft sind und im Alltag deutlich weniger Strom ziehen als Geräte der Vorgängergeneration.

Die neue EU-Effizienzskala verstehen

Seit März 2021 gilt für Kühl- und Gefriergeräte eine neue Energieeffizienzskala. Das frühere System hatte sich durch Klassen wie A+, A++ und A+++ selbst ad absurdum geführt: Fast jedes Gerät trug ein Dreifach-Plus, obwohl die Unterschiede erheblich waren. Die neue Skala reicht von A bis G. Aktuell erreichen die besten Geräte auf dem Markt die Klassen B und C, Klasse A ist noch weitgehend unbesetzt und soll als Ziel für künftige Innovationen dienen.

Wer also ein Gerät mit B oder C kauft, ist heute auf dem Stand der Technik. Alles ab E abwärts entspricht einem Gerät, das nach alter Skala nicht einmal A+ erreicht hätte. Hintergrundinformationen zur Methodik liefert der entsprechende Wikipedia-Artikel zur Energieverbrauchskennzeichnung, der die Entwicklung der EU-Labelreform gut nachzeichnet.

Förderung und Entsorgung nicht vergessen

Wer ein altes Gerät ersetzt, sollte zwei Punkte nicht übersehen. Erstens: Kommunen und Energieversorger bieten gelegentlich Förderprogramme für den Tausch alter Haushaltsgeräte an. Die Konditionen variieren stark je nach Region und Anbieter, weshalb sich eine Anfrage beim lokalen Stadtwerk lohnt. Bundesweite Programme wie die frühere „Abwrackprämie“ für Elektrogeräte existieren aktuell nicht, können aber in bestimmten Förderprogrammen der KfW eingebettet sein.

Zweitens: Die Entsorgung eines alten Kühlschranks ist keine Privatangelegenheit. Das Gerät enthält Kältemittel und Dämmstoffe, die als Sondermüll gelten. Laut Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) sind Händler ab einer bestimmten Verkaufsfläche verpflichtet, Altgeräte kostenlos zurückzunehmen, wenn ein gleichwertiges Neugerät gekauft wird. Das gilt auch für Online-Händler, die eine entsprechende Fläche bewirtschaften. Einfach am Straßenrand abstellen ist dagegen ordnungswidrig und kann Bußgelder nach sich ziehen.

Fazit: Rechnen statt zögern

Der Austausch eines alten Kühlschranks ist keine rein emotionale Entscheidung. Wer die Zahlen einmal konkret aufschreibt, Verbrauch, Reparaturhistorie, aktuellen Strompreis und Neugerätekosten, erkennt meistens schnell, ob der Tausch schon heute sinnvoll ist oder noch zwei bis drei Jahre warten kann. Als Daumenregel gilt: Geräte über 15 Jahre, mit unklarer Energieklasse oder erkennbaren Dichtungsschäden sollten kurzfristig ersetzt werden. Bei jüngeren Geräten in gutem Zustand reicht es, beim nächsten Defekt konsequent in ein effizientes Modell zu investieren, anstatt die Reparaturspirale weiterzudrehen.

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