Die jüngste Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für Nordrhein-Westfalen, im Oktober 2025 vom Landeskriminalamt veröffentlicht, hat eine in der Branche viel diskutierte Kennzahl bestätigt: Der Wohnungseinbruchdiebstahl ist 2024 in NRW gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen — um 1.403 Fälle. Bundesweit liegt der Anstieg bei 0,8 Prozent auf 78.436 Fälle. Was die Zahlen für Wohnungsbesitzer und Mieter im Rheinland und Ruhrgebiet konkret bedeuten, zeigt sich beim Blick auf zwei weniger plakative Werte: die durchschnittliche Schadenshöhe pro Einbruch und die Anzahl gescheiterter Versuche.
Wie haben sich die Einbruchszahlen in NRW 2024 entwickelt?
Der absolute Anstieg um 1.403 Fälle in NRW liegt prozentual leicht über dem Bundesschnitt. Wichtig dabei: NRW ist seit Jahren das einbruchstärkste Bundesland Deutschlands — sowohl in absoluten Fallzahlen als auch pro 100.000 Einwohner. Die historische Höchstmarke aus 2015 (über 60.000 NRW-Fälle) wird zwar nicht annähernd erreicht; die Schutzwirkung der seit 2016 koordinierten Polizei-Konzepte (etwa „Riegel vor! MOTIV — Mobile Täter im Visier“) schlägt sich messbar in der Statistik nieder. Trotzdem bleibt das Niveau spürbar höher als in den südlichen Bundesländern.
| Kennzahl | Wert 2024 | Veränderung zu 2023 |
|---|---|---|
| Wohnungseinbruchdiebstahl bundesweit | 78.436 Fälle | + 0,8 % |
| Wohnungseinbruchdiebstahl NRW | + 1.403 Fälle (absolut) | Leichter Anstieg |
| Durchschnittlicher Schaden pro Einbruch | 3.800 € | + 200 € (Rekord) |
| Gesamtschadenssumme (GDV-Schätzung) | 350 Mio. € | + 20 Mio. € |
| Gescheiterte Versuche | ≥ 40 % | Stabil hoch |
Bemerkenswert ist nicht der prozentuale Anstieg, sondern die Schadenshöhe: Der Durchschnittsschaden pro Einbruch ist erstmals auf 3.800 € gesprungen — ein Rekord nach Schätzung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). 2023 lag der Wert noch bei 3.600 €. Die Täter erbeuten also Wertvolleres pro Tat — ein Indikator dafür, dass die Banden gezielter vorgehen.
Warum scheitern so viele Einbrüche?
Eine der wichtigsten Erkenntnisse der NRW-Kriminalitätsmonitor-Studie und der wiederholten PKS-Auswertungen: Über 40 Prozent aller Wohnungseinbruchversuche scheitern, ohne dass die Täter in die Wohnung gelangen. In einer Erhebung des LKA NRW lag dieser Anteil zeitweise bei 42,7 Prozent. Die Polizei NRW nennt dafür einen klaren Grund: gut gesicherte Türen und Fenster.
Konkret meint das mechanischen Einbruchschutz nach DIN 18104 (Türen) und DIN EN 1627 (Widerstandsklassen RC1 bis RC6). Schon eine Standard-Sicherung in Widerstandsklasse RC2 verzögert einen Einbruchsversuch in der Regel um mehrere Minuten — Zeit, in der Gelegenheitstäter abbrechen. Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder (ProPK) hat in mehreren bundesweiten Studien gezeigt, dass diese Sekunden den entscheidenden Unterschied machen.
Was bedeutet das für Wohnungsbesitzer in NRW?
Der praktische Befund ist klar: Mechanische Nachrüstung lohnt sich messbar. Die KfW-Bank fördert solche Nachrüstungen über das Programm 455-E mit Zuschüssen zwischen 100 € und 1.600 € — Voraussetzung ist der Einbau durch einen zertifizierten Fachbetrieb. Wer einen Einbruchsversuch zu Hause feststellt, sollte den Schlosszylinder umgehend austauschen lassen; die Polizei NRW dokumentiert die Tat unabhängig davon, ob die Versicherung später eintritt.
In der Praxis bedeutet das vor allem eines: schnelle Verfügbarkeit eines zerstörungsfreien Schlüsseldienstes mit Festpreisstruktur. Anbieter wie der Schlüsselnotdienst NRW, die im Rheinland und Ruhrgebiet 24/7 mit einer regionalen Bereitschaftsstruktur arbeiten, können nach einem Einbruchsversuch in der Regel innerhalb von 30 Minuten vor Ort sein und beschädigte Schließzylinder gegen VdS-zertifizierte Modelle nach DIN 18252 austauschen. Diese kurze Reaktionszeit ist nicht nur für die emotionale Beruhigung der Betroffenen relevant — sie verhindert auch ein zweites Einbruchsfenster in der Nacht nach dem ersten Versuch, das in der Branche als typisches Muster bekannt ist. Die Empfehlungen der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder (ProPK) zu zertifizierten Sicherheitsschlössern decken sich mit den Standards, die regionale Fachbetriebe bei Schlosswechsel und Nachrüstung typischerweise anwenden.
Welche Stadtteile in NRW sind besonders betroffen?
Das LKA NRW veröffentlicht über sein „Wohnungseinbruchs-Radar“ stadtteilbezogene Daten, allerdings mit Verzögerung. Aus den letzten Auswertungen lassen sich grobe Risiko-Muster ableiten: Großstädte mit hoher Einwohnerdichte (Köln, Düsseldorf, Essen, Dortmund) weisen pro 100.000 Einwohner höhere Werte auf als mittelstädtische und ländliche Bereiche. Die These „Einbrecher meiden dicht besiedelte Gebiete“ wurde vom NRW-Kriminalitätsmonitor explizit widerlegt — Anonymität in städtischen Mehrfamilienhäusern wird von Tätern aktiv ausgenutzt.
Auch widerlegt ist die Annahme, Autobahn-Nähe sei in Großstädten ein Risikofaktor. Das europaweit größte Forschungsprojekt der Kriminalistisch-Kriminologischen Forschungsstelle (KKF) des LKA NRW kam zu dem Ergebnis: In Großstädten hat die Nähe zur Autobahn keinen messbaren Einfluss auf die Tatortwahl — in ländlichen Bereichen schon.
Häufige Fragen
Wie hoch ist das Einbruchsrisiko in NRW aktuell?
NRW bleibt das einbruchstärkste Bundesland Deutschlands. 2024 stieg die Fallzahl in NRW um 1.403 Fälle gegenüber 2023, bundesweit um 0,8 Prozent. Pro 100.000 Einwohner liegt NRW deutlich über dem Bundesdurchschnitt, vor allem in Großstädten des Rheinlands und Ruhrgebiets.
Was tun nach einem Einbruchsversuch?
Erstens: Polizei rufen (110), Tat dokumentieren lassen. Zweitens: Schließzylinder umgehend austauschen — beschädigte Zylinder bieten keinen wirksamen Schutz mehr. Drittens: Versicherung informieren und Rechnung des Schlüsseldienstes aufbewahren. Hausratsversicherungen erstatten in der Regel den Austausch nach Einbruchsversuchen.
Lohnt sich Einbruchschutz finanziell?
Bei Durchschnittsschäden von 3.800 € pro Einbruch und Nachrüstungskosten zwischen 200 und 1.500 € für eine Standard-Sicherung amortisiert sich der Einbruchschutz statistisch in einer einzigen verhinderten Tat. Die KfW-Förderung 455-E übernimmt zusätzlich zwischen 100 und 1.600 € der Kosten.
Wo finde ich die offiziellen NRW-Einbruchszahlen?
Die vollständige Polizeiliche Kriminalstatistik 2024 für NRW ist als Jahrbuch beim LKA Nordrhein-Westfalen (lka.polizei.nrw) abrufbar. Aktuelle Monatsdaten liefert die Rubrik „Sicherheit im Fokus“. Stadtteilbezogene Daten finden sich im LKA-Wohnungseinbruchs-Radar.
Fazit
Die PKS-Zahlen 2024 zeigen kein dramatisches Anstiegsszenario, aber einen klaren Trend: höhere Schadenssumme pro Einbruch bei stabiler Versuchsquote. Die Schutzwirkung mechanischer Sicherungstechnik bleibt der wichtigste Hebel — über 40 Prozent der Einbruchsversuche scheitern bereits an gut gesicherten Türen und Fenstern. Wer in NRW wohnt, sollte spätestens nach dem ersten Einbruchsversuch in seiner Nachbarschaft prüfen, ob sein Schließzylinder die VdS- oder RC-Klasse nach DIN-Norm erreicht. Die Investition rechnet sich statistisch — und die KfW-Förderung 455-E reduziert die Eigenkosten messbar.
Stand: 23. März 2026 · Quellen: Polizeiliche Kriminalstatistik NRW 2024 (LKA NRW, Oktober 2025), Land NRW Pressemitteilung, Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Polizeiliche Kriminalprävention der Länder (ProPK), NRW-Kriminalitätsmonitor / KKF.











